Update: Ericsson gesteht Korruption und zahlt Milliardenstrafe
Ericsson gesteht im Korruptionsverfahren und einigt sich mit den USA auf eine Milliardenstrafe. Zuvor war der schwedische Konzern im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Grund dafür waren Rückstellungen wegen des Verfahrens.
Update vom 09.12.2019: Ericsson hat sich in der Ermittlung wegen Korruption mit dem US-Justizministerium geeinigt. Der schwedische Konzern hat zugestimmt mehr als eine Milliarde US-Dollar zu zahlen, teilt das US-amerikanische Justizministerium mit.
Ericsson wurde vorgeworfen in fünf Ländern Amtsträger bestochen und Bücher gefälscht zu haben, unter anderem in China. Ericsson gab die Teilnahme an der vorgeworfenen Verschwörung zu, gemäss US-Justizministerium. Die Zahlung von rund 1'065'000 Dollar setzt sich zusammen aus einer Strafzahlung an die USA und einem zivilen Vergleich mit der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC.
Der U.S. Attorney Geoffrey S. Berman sprach von einer "jahrelangen Korruptionskampagne" die bis ins Jahr 2000 zurückgeht. Alles um "die Kontrolle im Telekommunikationsgeschäft zu festigen".
Originalmeldung vom 17.10.2019: Korruptionsverfahren zieht Ericsson ins Minus
Ericsson hat im dritten Geschäftsquartal 2019 einen deutlichen Verlust verbucht. Unter dem Strich steht ein Minus von 6,9 Milliarden schwedischen Kronen in den Büchern, was rund 700 Millionen Franken entspricht. Vor einem Jahr hatte der schwedische Netzwerkausrüster noch einen Gewinn von 270 Millionen Franken verbucht, wie aus den Geschäftszahlen von Ericsson hervorgeht.
Grund für den Taucher seien Rückstellungen wegen Untersuchungen des US-Justizministeriums (DOJ) und der US-Börsenaufsicht (SEC). Es geht um ein jahrelanges Verfahren wegen angeblicher Korruption, das sich nun seinem Ende nähern soll. Rund 1,2 Milliarden Franken stellte Ericsson deswegen zurück, wie das Unternehmen Ende September mitgeteilt hatte. Ericsson rechnet mit einer Strafzahlung von rund einer Milliarde US-Dollar.
Die SEC hat seit 2013 das Zustandekommen von einigen Ericsson-Aufträgen in den 1990er-Jahren durchleuchtet, wie "Heise" berichtet. Seit 2015 beschäftigt sich auch das US-Justizministerium mit einer eigenen Untersuchung. Ericsson-Konzernchef Börje Ekholm habe bereits eingeräumt, dass sich das Unternehmen in der Vergangenheit falsch verhalten habe.
Ericsson hadert seit Jahren
Im Geschäftsjahr 2018 hat Ericsson zwar seinen Verlust verringert und seinen Umsatz im Jahresvergleich um 10 Prozent gesteigert, wie Sie hier nachlesen können. Doch das Sparprogramm, das sich der Konzern vor drei Jahren auferlegt hatte, zeigte offensichtlich nicht den gewünschten Effekt.
2016 hatte Ericsson den Rotstift angesetzt, nachdem der Gewinn des Herstellers dramatisch eingebrochen war. Bis zu 25'000 Stellen sollten dem Sparkurs zum Opfer fallen. Zudem schraubte Ericsson an seiner Organisation. Lesen Sie hier, wie sich das Unternehmen neu aufstellen wollte, um Kosten zu senken und in die Profitzone zurückzukehren.
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