Glenfis Cloud Talk zeigt Wege zur wirksamen KI-Integration
Der 17. Glenfis Cloud Talk in der Clouds Bar Zürich hat im November vier Perspektiven zur KI-Transformation in Unternehmen beleuchtet. 50 Fach- und Führungskräfte besuchten den Anlass, um zu erfahren, wie künstliche Intelligenz wirksam in Unternehmen verankert werden kann.
Rund 50 Fach- und Führungskräfte aus IT, Business und Beratung haben sich im November in der Clouds Bar im Zürcher Prime Tower zum 17. Glenfis Cloud Talk getroffen. Im Zentrum stand die Frage, wie Unternehmen künstliche Intelligenz nicht nur einführen, sondern wirksam in ihre Organisation integrieren können. Das Event präsentierte vier unterschiedliche Perspektiven: Expertensicht, Provider-Sicht, Kundenperspektive sowie praktische Umsetzungserfahrungen von Glenfis.
Experten-Sicht
Urs Bleisch von BC Bleisch Consulting eröffnete die Veranstaltung mit einem strategischen Überblick zur globalen KI-Transformation. Er betonte, dass erfolgreiche KI-Einführung weit über technologische Aspekte hinausgeht. Strategie, Governance, Prozesse, Organisation und Kultur müssten ineinandergreifen, damit KI tatsächlichen Nutzen stifte. Bleisch fokussierte auf fünf zentrale Bereiche: die Definition und Priorisierung von KI-Strategien, das globale Skalieren von KI-Initiativen, den Aufbau von Lernschlaufen mit entsprechenden KPIs und Governance-Strukturen, den Umgang mit Risiken von Datenqualität bis Ethik sowie die Bedeutung einer starken Organisationskultur für nachhaltige Transformation. Sein Fazit lautete, dass KI erst dann Wirkung entfalten könne, wenn Unternehmen strategisch, technologisch und kulturell ausgerichtet seien.
Provider-Sicht
Jacqueline Batt von Prozessfux beleuchtete anschliessend die praktischen Voraussetzungen für erfolgreiche KI-Projekte. Sie identifizierte vier kritische Erfolgsfaktoren: Erstens brauche es realistische Use Cases, wobei KI als "neuer künstlicher Mitarbeitender" verstanden werden müsse, der klare Verantwortungs- und Führungsstrukturen benötige. Zweitens sei die Datenqualität entscheidend - Daten seien oft über viele Systeme verteilt, mit hohen Anforderungen an Geschwindigkeit, Vielfalt und Verlässlichkeit. Drittens erfordere die Tool-Strategie eine durchdachte Kombination aus Machine Learning, Large Language Models, Automatisierungs-Engines und Control Tower. Viertens müssten Kultur und Führung die Integration der KI in Teams unterstützen, Geduld in der Lernphase zeigen und klare Regeln für Verantwortung und Datenschutz etablieren. Batt stellte heraus, dass KI-Projekte selten an der Technologie scheiterten, sondern an mangelnder Vorbereitung, unzureichender Datenbasis oder fehlender kultureller Verankerung.
Kunden-Sicht
Wolfgang Zumkeller, CIO bei Läderach, gewährte einen offenen Einblick in die Herausforderungen einer IT-Organisation, die trotz knapper Ressourcen global wachsen muss. Er zeigte, wie KI dabei unterstützt, Skalierung zu ermöglichen, die Supportqualität zu verbessern und internationale Zusammenarbeit zu stärken - stets auf Basis der Unternehmenswerte von Läderach. Die aktuellen KI-Pilotierungen bei Läderach dienen laut Zumkeller dazu, Use Cases zu evaluieren, Teams mit KI vertraut zu machen, Akzeptanz und Neugierde zu fördern sowie Auswirkungen auf Prozesse, Führung und Kompetenzen frühzeitig zu erkennen. Seine Botschaft: Der Mensch bleibe zentral - KI sei Ergänzung, nicht Ersatz.
Glenfis-Sicht
Sven Ossenberg, Agile Coach und DevOps Ambassador bei Glenfis, führte die verschiedenen Perspektiven zusammen. Er identifizierte eine kritische Lücke zwischen Vision und Umsetzung, die viele Transformationen scheitern lasse. Sein Ansatz basiert auf drei aufeinander aufbauenden Schritten: "Kennen" umfasst das notwendige Wissen über Technologie, Methoden, Daten und Prozesse. "Können" bedeutet Befähigung durch Training, Übung und das Erreichen von Quick Wins. "Tun" bezeichnet die selbstorganisierte Umsetzung und kontinuierliche Weiterentwicklung. Am Beispiel von AIOps demonstrierte Ossenberg, wie Unternehmen von reaktiver zu proaktiver Betriebsführung gelangen können - über Observability, Datenqualität, ML-basierte Anomalieerkennung, Automatisierung und kulturellen Wandel. Transformation sei keine theoretische Übung, sondern müsse im Alltag der Organisation verankert werden, so sein Fazit.
Zentrale Spannungsfelder
Die anschliessende Podiumsdiskussion vertiefte fünf zentrale Spannungsfelder der KI-Integration: Wie lässt sich Vertrauen in KI schaffen? Wie verändert KI Führung, Verantwortung und Zusammenarbeit? Welche Risiken sind real, welche überbewertet? Was bedeutet "KI als Mitarbeitender" für Teams und Organisation? Wie balanciert man Innovation und Vorsicht, Geschwindigkeit und Governance? Die Teilnehmenden diskutierten lebhaft über Unsicherheit, Effizienz, Orientierung, Innovation und Unterstützung - Begriffe, die bereits zu Beginn in einer Word-Cloud auftauchten und das Spannungsfeld des Themas widerspiegelten.
Die Mentimeter-Auswertung nach der Veranstaltung zeigte hohe Zufriedenheitswerte. Besonders geschätzt wurde laut den Rückmeldungen die Verbindung von Praxis, Strategie, Kultur und Technologie - eine Kombination, die in dieser Form selten zu sehen sei. Die von den Teilnehmenden gewünschte Themenpalette für kommende Events reicht von KI-Operationalisierung über europäische Hyperscaler bis zu hybriden IT-Monitoring-Strategien. Dies zeigt laut Glenfis, dass das Event seine Rolle als relevanter Treffpunkt der Schweizer IT-Community weiter ausbaut.
Die 16. Ausgabe des Glenfis Cloud Talk widmete sich übrigens dem Thema Hybrid- und Multi-Cloud-Infrastrukturen sowie den damit verbundenen Herausforderungen - mehr dazu lesen Sie hier.
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