Wie Technologie Gehörlose unterstützt, Barrieren zu überwinden
Lautsprache ist für viele Gehörlose eine Fremdsprache. So auch für Yuliia Bovt. Im Interview erklärt sie, wo sie im digitalen Raum auf Barrieren trifft und wie man diese überwinden kann.
Wer sind Sie und welche elektronischen Geräte oder Gadgets nutzen Sie im Alltag?
Yuliia Bovt: Mein Name ist Yuliia Bovt, ich bin gehörlos und komme aus der Ukraine. Mich interessiert, wie digitale Technologien gehörlosen Menschen dabei helfen können, zu kommunizieren, zu lernen und Informationen zu verstehen. Ich benutze Handy, Laptop und den Fernseher.
Wo gibt es für Sie Barrieren bei der Nutzung dieser Geräte? Was ärgert Sie dabei?
Informationen sind schwierig zu verstehen ohne Untertitel und Gebärden. Besonders schwierig ist es, wenn Onlinevorlesungen ohne Untertitel stattfinden. Manche Apps unterstützen keine Untertitel oder visuellen Hinweise. Interfaces sind manchmal kompliziert und es fehlt an klaren visuellen Informationen.
Wo treffen Sie im digitalen Raum auf Barrieren? Wie überwinden Sie diese?
Barrieren im Internet: zu wenige Untertitel, falsche Untertitel oder viel zu viele. Ich bitte bei Onlinekonferenzen im Voraus um Textmaterial oder schriftliche Informationen, damit ich alles besser verstehen kann.
Wie helfen Ihnen digitale Technologien, Barrieren zu überwinden?
ChatGPT und KI helfen; Whatsapp, Instagram und Telegram können direkt in der App übersetzen. Digitale Technologien helfen sehr. Mit Messengern kann ich ohne Vermittler kommunizieren. Untertitel und KI-Tools helfen mir, bei Vorlesungen und Meetings aktiv dabei zu sein. Das macht mich unabhängiger.
Welche Apps und Onlinedienste sind gut? Warum?
Whatsapp, Facetime und Telegram. Diese Apps sind einfach für die Kommunikation. Gehörlose können damit einfach gebärden während Videoanrufen. Youtube mit Untertiteln hilft beim Lernen und zur Unterhaltung.
Welche Funktionen wünschen Sie sich?
Was ich wünsche: Mehr Apps mit Übersetzungen in Gebärdensprache und mit Untertiteln. Echtzeit-Untertitel, gute KI-Übersetzer und klare visuelle Hinweise in Interfaces.
Welche Apps, Dienste oder Geräte sollten erfunden werden?
KI könnte künftig mehr direkt in Gebärdensprache übersetzen und untertiteln. Oder Apps, die Videocalls automatisch in Gebärdensprache übersetzen. Smarte KI-Assistenten, die im Alltag helfen, zum Beispiel beim Kontakt mit Behörden oder bei Arztterminen.

Das Interview wurde in Gebärdensprache geführt. (Source: Netzmedien)
Nutzen Sie KI?
Ja, ich nutze sie für Übersetzungen und um Informationen als Untertitel zu lesen. Ich nutze KI-Tools für Spracherkennung, Untertitel und Übersetzungen.
Wo gibt es Probleme mit KI?
KI-Services helfen bei der Arbeit und beim Lernen, besonders für Untertitel und Textunterstützung. Manchmal funktioniert die Spracherkennung nicht genau, besonders bei Dialekten oder Hintergrundgeräuschen. Manchmal gibt es falsche Übersetzungen.
Wie beeinflusst Ihre Hörbehinderung Ihre KI-Nutzung?
Für mich ist wichtig, dass KI Text liefert. Dann kann ich gesprochene Information lesen. Ich kann mich nicht nur auf Sprachbefehle verlassen. KI hilft mir, Barrieren im Alltag auszugleichen.
Was können Sie besser im Umgang mit Technik als Hörende?
Ich kann es nicht gut in Gebärden ausdrücken, aber das bedeutet, Gehörlose erfassen und verstehen visuell mehr Informationen. Ich verstehe Interfaces schneller, wenn sie Untertitel und visuelle Elemente unterstützen. Ich weiss, wie man Technologie optimal für die Kommunikation mit anderen Gehörlosen nutzt.
Was halten Sie von KI-Avataren?
Sie können helfen, Informationen in Gebärden zu übersetzen wie Dolmetschende. Das geht einfacher und Inhalte sind schnell in der Gebärdensprache verständlich.
Mit Dank an Timon Nyfeler, der das Interview unterstützend begleitet hat. Er half in beiden Richtungen bei der Übersetzung und dem Verständnis.
Um Barrieren für Gehörlose abzubauen, arbeiten Forschende an KI-basierten Übersetzungen von Gebärdensprache in Lautsprache und umgekehrt. Lesen Sie hier mehr dazu.
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