ETH Zürich entwickelt neue Chips gegen Deepfakes
Um die Verbreitung von KI‑generierten Bildern einzudämmen, haben Forschende der ETH Zürich eine neue Chip-Technologie entwickelt. Diese integriert eine kryptografische Signatur direkt bei der Erstellung des Bildes, sodass Manipulationen praktisch unmöglich sind.
Deepfakes überschwemmen zunehmend digitale Plattformen und gefährden das Vertrauen der Öffentlichkeit in demokratische Prozesse. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, hat ein Team der ETH Zürich eine neue Chip‑Technologie entwickelt. Die Idee sei bereits 2017 entstanden – lange vor dem heutigen KI-Boom, wie die ETH mitteilt. Sie bestehe darin, Daten, Bilder oder Audiosignale direkt im Sensor‑Chip beim Erfassung kryptografisch zu signieren.
Laut dem ETH‑Forscher Fernando Cardes García hinterlässt jede nachträgliche Modifikation zwangsläufig Spuren. Um das System zu umgehen, müsste ein Angreifer einen physischen Angriff auf den Chip ausführen. Der dafür nötige technische Aufwand wäre so hoch, dass sich manipulierte Inhalte kaum in grossem Stil produzieren liessen.
Öffentliches Register zur Verifizierung der Authentizität
Konkret funktioniere das System in vier Schritten: Beim Aufnehmen eines Bildes erzeugt der Chip gleichzeitig die Bilddaten und deren kryptografische Signatur. Diese kann anschliessend in einem unveränderlichen öffentlichen Register gespeichert werden, etwa in einer Blockchain. Bei einer späteren Überprüfung muss lediglich die gespeicherte Signatur mit jener des jeweiligen Dateiinhalts verglichen werden, um zu bestätigen, dass der Inhalt authentisch und unverändert ist.
"Das Vertrauen in digitale Inhalte schwindet. Wir wollten eine Technologie entwickeln, mit der die Menschen überprüfen können, ob etwas echt ist", erklärt Felix Franke, Professor an der Universität Basel.
Den Forschern zufolge könnte die Technologie prinzipiell in jede Art von Sensor oder Bildaufnahmegerät integriert werden. Social-Media-Plattformen könnten diese Verifizierung automatisiert durchführen, sobald ein Inhalt hochgeladen wird. Journalistinnen und Journalisten, Forschende oder Behörden könnten die Authentizität ebenfalls mithilfe einfacher Tools eigenständig überprüfen.
Laut Mitteilung ist der aktuelle Chip noch ein Prototyp, der die technische Machbarkeit des Konzepts demonstriert. Das Projekt, gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation im Rahmen der "SwissChips"-Initiative, sei bereits in einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht worden. Die Forscher hätten zudem bereits ein Patent angemeldet und arbeiten nun daran, den Integrationsaufwand für Gerätehersteller zu vereinfachen.
Für 2026 hat der Cybersecurity-Anbieter Kaspersky prognostiziert, dass Deepfakes deutlich leichter zu erstellen sein werden und durch verbesserte Audioqualität realistischer wirken. Hier lesen Sie mehr dazu.
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