Cyberangriffe in der Schweiz ziehen im April an
Die Schweiz verzeichnet im April einen leichten Anstieg von Cyberangriffen. Betroffen sind vor allem die Sektoren Energie und Versorgungsunternehmen, Bildung sowie Gesundheitswesen und Medizin. Dennoch weist die Schweiz die tiefsten Werte innerhalb des DACH-Raums aus.
Die Schweiz hat im April 2026 mit rund einem Prozent mehr Cyberangriffen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres einen minimalen Anstieg verzeichnet. Schweizer Unternehmen waren insgesamt von 1246 Cyberangriffen pro Woche betroffen, wie der israelische Anbieter von Cybersecurity-Lösungen Check Point mitteilt.
Somit bleibt die Schweiz deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 1848 wöchentlichen Angriffen pro Organisation (+9 Prozent) sowie dem globalen Durchschnitt von 2201 Angriffen (+8 Prozent), wie aus dem monatlichen Bericht von Check Point hervorgeht. Innerhalb des DACH-Raums liegen die Schweizer Zahlen demnach leicht unter jenen aus Deutschland mit 1377 Angriffen pro Woche und Organisation (+4 Prozent) und deutlich unter jenen aus Österreich mit 2122 Angriffen (+17 Prozent). Der globale Wert liegt mit 2201 Angriffen pro Organisation und Woche nochmals deutlich höher.
Dennoch warnt Check Point, die vergleichsweise stabilen Zahlen dürften nicht in falscher Sicherheit wiegen. Mehr als 1200 Attacken pro Woche zeigten, dass der Druck hoch bleibe, insbesondere für den öffentlichen Sektor und das Gesundheitswesen. Die relative Stabilität sei kein Grund zur Entwarnung, sondern biete die Chance, Sicherheitsmassnahmen proaktiv zu stärken, solange Unternehmen noch über entsprechenden Handlungsspielraum verfügen.
Energie, Versorgung und Bildung sind beliebte Ziele
Laut Bericht war in der Schweiz der Sektor Energie und Versorgungsunternehmen am stärksten von Cyberangriffen betroffen, wobei die Anzahl der Attacken im Vergleich zum Vormonat stabil blieb. Ebenfalls stark betroffen waren die Sektoren Bildung sowie Gesundheitswesen und Medizin. Im globalen Vergleich bleibt jedoch das Bildungswesen mit grossem Abstand das beliebteste Ziel von Cyberkriminellen, wie die Zahlen von Check Point zeigen. Hier registrierten die Analysten 4946 Angriffe pro Organisation und Woche.
Check Point hält weiter fest, dass der Sektor Gastgewerbe, Tourismus und Freizeit einen anhaltenden Aufwärtstrend fortsetzt. Cyberkriminelle würden dabei im Vorfeld der Hauptreisezeit Faktoren wie ein erhöhtes Transaktionsvolumen, Drittanbieter-Abhängigkeiten und eine höhere "operative Taktung" ausnutzen.
Risiken im Zusammenhang mit generativer KI seien zudem im April durchgehend hoch geblieben. Die zunehmende Integration generativer KI in den Arbeitsalltag überfordere vielerorts bestehende Governance- und Sicherheitskontrollen. Weiterhin berge jeder 28. KI-Prompt ein hohes Risiko, sensible Daten preiszugeben - laut Check Point betrifft das neun von zehn Unternehmen.
Bedrohung durch Ransomware bleibt akut
Auch Ransomware blieb laut Bericht im April 2026 eine der akutesten Bedrohungen. 707 öffentlich gemeldete Fälle bedeuteten einen Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vormonat und von 12 Prozent gegenüber April 2025. Dies zeige, dass Ransomware weiterhin als zentrale Einnahmequelle für Cyberkriminelle dient. Die Akteure "Qilin", "The Gentlemen" sowie "Dragonforce", auf deren Konto insgesamt 34 Prozent der gemeldeten Angriffe gegangen seien, würden dabei dominieren.

Patrick Fetter, Lead Sales Engineer und Cyber Security Evangelist bei Check Point. (Source: zVg)
"Die Zahlen für April zeigen, dass die Verlangsamung im März nur vorübergehend war. Cyberkriminelle sind auch weiterhin hochgradig professionalisiert und anpassungsfähig. Sie verlagern Ziele und Zeitpunkte der Attacken, werden flexibler und unnachgiebiger", fasst Patrick Fetter, Lead Sales Engineer & Cyber Security Evangelist bei Check Point, den Monat zusammen. "Dazu steigt die Zahl der Ransomware-Angriffe weiter an, und all das passiert, während Unternehmen sich in einer transformativen Phase befinden, die von der Integration von GenAI in den täglichen Arbeitsabläufen geprägt ist. Sicherheitsverantwortliche müssen daher davon ausgehen, dass Cyber-Risiken kontinuierlich bestehen und auf Prävention, Governance und KI-gestützte Sicherheit setzen, die Bedrohungen stoppen kann, bevor sie Schaden anrichten."
Im März 2026 verzeichnete die Schweiz noch einen Rückgang bei den Cyberangriffen, wie Sie hier nachlesen können.
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