Wie Managed Services gemäss Adesso Differenzierung schaffen
Managed Services wandeln sich immer mehr von einer cleveren Alternative zur alltäglichen Standardlösung. Wie IT-Dienstleister verhindern, dass ihre Services austauschbar werden, sagt Michaela Gasser, CEO von Adesso Schweiz.
Wie müssen sich Reseller aufstellen, um im Geschäft mit Managed Services langfristig profitabel sein zu können?
Michaela Gasser: Wir bei Adesso definieren Managed Services als strategisches Wachstumsfeld. Entsprechend haben wir unser klassisches Projektgeschäft um Servicekomponenten erweitert: Mit standardisierten, wiederkehrenden Services und Prozessen, klaren Service Level Agreements und einem eigenen Service‑Desk. Reseller, mit denen wir erfolgreich zusammenarbeiten, bringen Hersteller‑Know-how ein und übernehmen zusammen mit uns Verantwortung für Beratung und Betrieb. So entstehen skalierbare Serviceportfolios, die über wiederkehrende Umsätze und hohe Kundenbindung langfristig profitabel sind.
Welche Managed Services werden in den kommenden drei Jahren besonders an Bedeutung gewinnen – und warum?
Im Schweizer Markt sehen wir das stärkste Wachstum beim Betrieb von Cloud‑ und Datenplattformen sowie bei FinOps‑ und Governance‑Services, weil Sicherheit, Kostenkontrolle und Compliance gerade für Banken, Versicherungen und die öffentliche Hand zentral sind. Deshalb investieren wir bei Adesso Schweiz gezielt in Security‑Operations‑Center‑Leistungen, souveräne und regulierungskonforme Cloud‑Angebote sowie Managed-Data‑ und KI‑Plattformen, die unsere Kunden nach dem Prinzip "nutzen wie SaaS" in Anspruch nehmen können. Der ausgelagerte Betrieb von KI‑Lösungen sowie selektive betriebsunterstützende Services – AI Operations – werden in den nächsten Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen.
Welche Managed Services verlieren hingegen an Bedeutung, weil Unternehmen diese Dienste lieber selbst betreiben – etwa On-Premises?
Wir beobachten, dass stark standardisierte Infrastruktur‑Services wie reines Hosting, Basic‑Monitoring oder klassischer Datacenter‑Outsourcing‑Betrieb an Bedeutung verlieren, weil sie entweder direkt bei Hyperscalern beziehungsweise etablierten Schweizer Cloud-Anbietern oder von grossen Inhouse-Teams effizient erbracht werden. Entsprechend richten wir unser Angebot bei Adesso nicht auf diese Commodity‑Services aus, sondern übernehmen End-to-End-Verantwortung für Anwendungen, Cloud‑Plattformen und geschäftskritische Prozesse. Wir differenzieren uns bewusst über unser Branchen‑ und Technologie‑Know-how.
Wie können IT-Dienstleister verhindern, dass ihre Services zur austauschbaren Commodity werden?
Wie bereits erwähnt, verhindern wir die Commodity‑Falle, indem wir unsere Managed Services konsequent mit Branchenwissen und Co‑Innovation verbinden: etwa in End‑to‑End‑Services für Banken und Versicherungen oder in digitalen Souveränitäts‑ und Cloud‑Projekten für die öffentliche Hand. Unsere Teams liefern nicht nur Betrieb, sondern kombinieren Beratung, Modernisierung, Security und eigene Plattform‑Bausteine. So entstehen massgeschneiderte Services, die direkt auf Geschäftsziele einzahlen und die man nicht einfach über den Preis bei einem anderen Anbieter einkaufen kann.
Wie wird sich das Zusammenspiel zwischen Herstellern, Distis und Resellern im Cloud- und XaaS-Ökosystem in den nächsten Jahren verändern?
Wir sehen, dass sich Hersteller mit ihren Cloud‑Plattformen zunehmend als Ökosysteme und Marktplätze positionieren, während Distributoren stärker in die Rolle von Orchestratoren für Multi‑Cloud‑ und XaaS‑Landschaften wachsen. Unsere Rolle als Adesso Schweiz verschiebt sich damit noch klarer hin zu einem unabhängigen Managed‑Service‑Partner: Wir verbinden Hyperscaler‑ und europäische Cloud‑Angebote mit souveränen Betriebsmodellen und arbeiten in Co‑Selling‑ und Co‑Delivery‑Modellen eng mit Herstellern, Distributoren und Resellern zusammen. Dabei bringen wir unser spezifisches Branchen- und Lösungs-Know-how mit ein.
Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:
- Claudio Addario, Bithawk: "IT-Dienstleister müssen aufhören, nur Technik und Arbeitsstunden zu verkaufen."
- Scott Frigyer, Infoguard: "Den entscheidenden Unterschied macht vernetztes Denken: das Ganze sehen, richtig interpretieren und konkret anwenden."
- Urs Geiser, Netcloud: "Kunden kaufen nicht nur Betrieb, sondern Orientierung, geringere Risiken und messbare Resultate."
- Ivo Gonzenbach, Baggenstos: "Differenzierung entsteht durch die Tiefe des Service-Know-hows, nicht über den Preis."
- Visho Jesudasan, Aveniq: "Servicequalität ist heute Grundvoraussetzung, kein Differenzierungsmerkmal mehr."
- Tobias Klauser, MTF: "Wir beobachten einen stärkeren Wunsch nach Kontrolle, Wahlfreiheit und offenen Technologiealternativen."
- Martin Kull, Bechtle: "Ohne Beratung und Expertise ist die Positionierung als Trusted Advisor beim Kunden schwierig."
- Gregor R. Naef, Achermann: "IT-Dienstleister verhindern die Commodity-Falle nicht durch Technologie, sondern durch Relevanz."
- Reto Pieren, Ricoh: "Um langfristig erfolgreich sein zu können, müssen IT-Dienstleister Teil der Geschäftsprozesse ihrer Kunden werden."
- Patrik Schilt, Axians: "Sobald Kunden und Managed-Service-Verträge vorhanden sind, braucht es klare KPIs."
- Marc Zimmermann, UMB: "Es braucht skalierbare Leistungen, Automatisierung, klare Verantwortlichkeiten und ein kostenoptimiertes Betriebsmodell."
CM Informatik übernimmt KI-Lösung für Gemeinden
HPE schliesst kritische Sicherheitslücke in ArubaOS-CX
Deshalb würden magische Waffen aus Games im echten Leben nicht funktionieren
Smarli erhält über 2 Millionen Franken und neuen Verwaltungsrat
Jetzt können KMUs ihre OpenAI-Daten in Europa speichern
Boll Engineering kündigt am Channel Happening neuen Head of Sales an
Make Boll, not War - Flower Power am Channel Happening 2026
Stadt Winterthur will Software-Quellcodes offenlegen
Interdiscount besetzt Führungsspitze neu