Das Web war ein Erfolg weil es keine Patente gab
Der Erfinder des Internets Tim Berners-Lee spricht über die Netzanonymität, -neutralität und das Phänomen Filesharing.
Der als Erfinder des "World Wide Web" bekannte Tim Berners-Lee hat sich in Wien vor Journalisten zum Zustand des Web geäussert. Als Verfechter der Netzneutralität und offener Web-Standards kritisierte er die zahlreichen Patentklagen der IT-Industrie der letzten Zeit und meinte, dass das Web deswegen ein Erfolg war, weil es keine Patente gab. Denn so war es jedem Entwickler erlaubt mit der Technologie zu machen, was er wollte - und sie damit zu entwickeln und zu verbessern. Vor allem wenn es nicht mehr nur um die Entwicklung neuer Kerntechnologien gehe, sei die Einforderung von Patenten eine fragwürdige Praxis.
Recht auf Anonymität im Web
Im Jahr 1989 hatte Tim Berners-Lee die Grundlage für das heutige World Wide Web am Kernforschungszentrum CERN geschaffen. Der britische Forscher, der sich "Sir" nennen darf, leitet heute als Direktor die "WWW Foundation" und lehrt als MIT-Professor. Besonders wichtig ist ihm das Recht auf Anonymität, wie der Standard schreibt.
"Wir müssen das Recht haben, anonym sein zu können" wird Berners-Lee zitiert. Damit sieht er das Web als Ort an, worin der Nutzer die Möglichkeit habe, seine Stimme ohne Angst vor Repressalien äussern zu können. Für ihn ist aber auch der Zwiespalt dieser Forderung klar, denn "wenn jemand etwas Gemeines über uns sagt, wollen wir wissen wer es war."
Filesharing ist nicht bloss "böse"
Berners-Lee sieht Filesharing-Dienste nicht als so grosses Übel, wie es oft durch die Medienindustrie dargestellt werde. "Das Internet hat es einigen Leuten ermöglicht, kostenlos Musik zu hören. Doch das Internet hat es auch vielen Leuten erlaubt, für Musik zu zahlen", zitiert ihn der Standard weiter. Er denke dabei an iTunes und andere Download-Stores, die die Industrie zwar vor Herausforderungen gestellt habe, ihr aber auch neue Chancen gegeben haben.
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