KI öffnet Stellensuchenden mehr Türen zu Bewerbungsgesprächen
In der Schweiz kommt KI bei Stellensuchenden besonders häufig zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen zum Einsatz - und erhöht ihre Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Unternehmen nutzen KI im Recruiting hingegen noch zurückhaltend.
Die Mehrheit der Stellensuchenden in der Schweiz nutzt bereits künstliche Intelligenz für die Jobsuche. Auch der Rekrutierungsprozess in Unternehmen verändert sich durch die Technologie, wenn auch deutlich langsamer. Das zeigt eine Studie von Amosa; der Arbeitsmarktbeobachter befragte dafür knapp 6000 Stellensuchende und rund 700 Unternehmen in den Ostschweizer Kantonen sowie Zürich, Zug und Aargau. Besonders verbreitet sei die Nutzung bei Stellensuchenden mit Hochschulabschluss sowie in wissensintensiven Branchen.
Die Untersuchung hat ergeben, dass rund zwei Drittel aller Stellensuchenden hierzulande KI bereits mindestens einmal im Bewerbungsprozess eingesetzt haben, während sie ein Drittel (34 Prozent) regelmässig nutzt. Mit 61 Prozent komme KI besonders häufig bei der Erstellung und Optimierung von Bewerbungsunterlagen zum Einsatz, etwa für Lebensläufe, Motivationsschreiben oder Übersetzungen. Auch zur Vorbereitung auf Jobinterviews (29 Prozent) oder zur Stellensuche selbst (35 Prozent) wird KI laut der Untersuchung genutzt.
Die Studie zeigt zudem einen Zusammenhang zwischen KI-Nutzung und Bewerbungsaktivität: Stellensuchende, die KI regelmässig einsetzen, bewerben sich häufiger auf offene Stellen. Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von vier Wochen mindestens 13 Bewerbungen zu verschicken, liegt laut Amosa 19 Prozent höher als bei Nicht-Nutzenden.
KI-Einsatz garantiert noch keinen Job
Auch im Bewerbungserfolg zeichnen sich Unterschiede ab. Regelmässige KI-User erhalten laut Amosa rund 48 Prozent mehr Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Die Studienautoren führen dies unter anderem auf besser angepasste Bewerbungsunterlagen zurück. Ein schnellerer Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt lasse sich jedoch nicht nachweisen. Dies könnte laut Amosa damit zusammenhängen, dass KI derzeit noch deutlich seltener zur Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche genutzt wird.
Die Umfrage bei den Firmen zeigt zudem: An Gewicht gewinnen vor allem Kriterien, die sich weniger leicht durch KI beeinflussen lassen, wie etwa Eignungsprüfungen, Referenzen oder der persönliche Eindruck im Gespräch.
Recruiter nutzen KI (noch) zurückhaltend
Auf Unternehmensseite bleibt der KI-Einsatz im Recruiting bislang zurückhaltend, wie die Umfrageergebnisse zeigen. Lediglich 13 Prozent nutzen künstliche Intelligenz im Rekrutierungsprozess, bei Grossunternehmen sind es knapp ein Viertel. Eingesetzt werde sie mit 10,9 Prozent derzeit am häufigsten zur Erstellung und Optimierung von Stelleninseraten. In anderen Phasen des Recruitings, wie der Vorauswahl von Bewerbungen (3,6 Prozent), spielt KI laut Studie bislang nur eine untergeordnete Rolle.
Unternehmen würden zudem davon ausgehen, dass jeweils rund 39 Prozent der eingehenden Bewerbungen zumindest teilweise mithilfe von KI erstellt wurden. Gleichzeitig gaben 55 Prozent der befragten Firmen an, solche Bewerbungen anhand formaler oder sprachlicher Merkmale erkennen zu können.
Über die Hälfte der Arbeitgebenden berichteten zudem, dass Bewerbungsunterlagen durch den KI-Einsatz zunehmend standardisiert wirken und die Authentizität schwieriger einzuschätzen sei, insbesondere im Hinblick auf Motivation und echtes Interesse an der Stelle. Nur selten würden Bewerbungsunterlagen aber systematisch auf den Einsatz von KI geprüft.
Insgesamt führen KI-gestützte Bewerbungen laut Amosa jedoch erst vereinzelt zu Anpassungen im Recruiting-Prozess: Nur 7 Prozent der Unternehmen hätten ihren Auswahlprozess bislang entsprechend angepasst.
Eine Umfrage der HSO zeigt übrigens, dass KI für 78 Prozent der Studierenden bereits heute die Jobanforderungen grundlegend verändert. Laut Cisco kann die KI-Nutzung zudem die Beförderungschancen um bis zu 50 Prozent steigern, wie Sie hier lesen können.
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