Podium zum Schweizer Druckermarkt

Kein Drucker ohne Extras: Tom Brunner von Also sagt, warum

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Ein Drucker gehört in jedes Büro – zumindest im Moment noch. Aber schon heute stellt sich die Frage, wie man mit diesen allgegenwärtigen Produkten Geld verdient. Welche Zusatzdienstleistungen Händler noch erbringen müssen, sagt Tom Brunner, CCO von Also Schweiz.

Tom Brunner, CCO von Also Schweiz. (Source: zVg)
Tom Brunner, CCO von Also Schweiz. (Source: zVg)

 

Wie wird sich das Drucker-Jahr 2019 entwickeln?

Tom Brunner: Drucken ist nicht mehr einfach nur drucken. In diesem Geschäftssegment ist mittlerweile Scanning und das Archivieren gescannter Dokumente ebenso wichtig. Ein weiteres Trendthema ist Graphics, hier erzielen Hochleistungsdrucker mit präzise abgestimmter Software in verschiedensten Formaten unglaubliche Resultate. Damit kann man im Prinzip von einem qualitativen Wandel des Marktes sprechen. Vom Drucken zur Gesamtlösung steht damit im Jahr 2019 noch stärker im Vordergrund als bisher. Aber auch im privaten Umfeld ist viel passiert: Home-Printer bieten heute eine unglaubliche Qualität, zum Beispiel beim Fotodruck. Sie sind in der Regel sehr einfach in ein WLAN zu integrieren, sodass über jedes Device Druckaufträge abgesetzt werden können. Dazu erweitert sich über neue Technologien laufend die Palette an Materialien, auf die gedruckt werden kann. Das geht hin bis zum 3-D-Druck, wo wir bereits die Überleitung zur Produktion finden. Also hat in jedem dieser Entwicklungsfelder früh investiert. Unser Fokus für 2019 liegt auf A3, Foto und 3-D. Daher freuen wir uns auf das neue Druck-Jahr.

 

Wie verdient man heute mit so allgegenwärtigen Produkten wie Druckern noch Geld?

Operational Excellence – das ist die Grundvoraussetzung, damit man mit Druckern Geld verdienen kann. Der Trend zu generellen «Printing-as-a-Service»-Angeboten wird die Art der Wertschöpfung in diesem Segment allerdings deutlich verändern. Auch wir haben nun erste Print-Flatrate-Angebote auf unserem Also-Cloud-Marktplatz, bei denen die monatlichen Kosten vom Printvolumen abhängen und Dienstleistungen, wie die Bereitstellung, Inbetriebnahme, Netzwerkintegration etc., bereits integriert sind. Ein Modell, das wir zusammen mit unseren Partnern laufend weiterentwickeln. Das ist gesundes Business mit wiederkehrenden Umsätzen, kombiniert mit hoher Automatisierung der Administration für Reseller und Kostentransparenz für Geschäftskunden. Darüber hinaus liegen potenzielle Gewinnmöglichkeiten im nachgelagerten Geschäft mit den Supplies wie Tinte oder Toner. Es geht damit zum einen um Volumen, Verfügbarkeit und Schnelligkeit und zum anderen um Mut, Know-how und die Qualität der Dienstleistungen, über die eine Differenzierung zu anderen Anbietern möglich ist. Auch hier sehen wir neue Geschäftsmodelle, wie Instant Ink von HP, das einem Abo-System ähnelt.

 

Welche Zusatzdienstleistungen sind unabdingbar für den Erfolg im Druckergeschäft?

Zum Vorgenannten kommt die Art des Vertrags hinzu, beziehungsweise nach welchen Parametern der Kunde bezahlen muss: Nach Klick, nach Seitenzahlen, in Farbe oder Schwarz-Weiss. Es gibt unzählige Varianten, kombiniert mit unterschiedlichen Laufzeiten von Miete oder Leasing. Wünschenswert aus Geschäftskundensicht wäre sicherlich eine Flatrate für das bestehende Printvolumen und zwar ohne Laufzeiten, sodass ein Kunde jederzeit sein Gerät an die aktuell benötigten Leistungen anpassen kann und sich somit die Druckkosten abhängig vom Verbrauch ergeben.

 

Wie profitabel sind Refurbishing- und Recycling-Angebote?

Dazu kann ich leider nichts sagen.

 

Wo liegen die Wachstumsmärkte?

Wenn man Wachstum erwarten darf, dann in spezialisierten Teilmärkten wie Etiketten, Foto, Grossformat, Textil und ähnlichen Teilmärkten.

 

 

 

Die Antworten der anderen Podiumsteilnehmer:

  • Achim Barmettler, ARP: "Durch die Preisentwicklung im Druckermarkt haben Refurbishing- und Recycling-Angebote an Bedeutung verloren."

  • Luis Branquinho, Oki: "Ein flexibles Angebot ist der Wachstumstreiber der Zukunft."

  • Walter Frezza, Kyocera: "Wir können im Druckermarkt noch wachsen, jedoch hängt dies vom Tun jedes Einzelnen ab."

  • Richard Gaechter, Xerox: "Refurbishing und Recycling-Angebote von Geräten sind dann profitabel, wenn sich, ausser dem Preis, keine Vorteile daraus ergeben."

  • Sandro Nizzola, Brother: "Im Businessmarkt ist aufgrund der leicht wachsenden Wirtschaftslage noch Potenzial vorhanden."

  • Thomas Rieder, Faigle: "Im klassischen Digitaldruck-Bereich bietet die spezialisierte Beratung die grössten Wachstumsmöglichkeiten."

  • Peter Zanoni, HP: "Kunden erwarten innovative und sichere Drucklösungen, die sich nahtlos in ihr digitales Arbeits- und Privatleben einfügen."

Webcode
DPF8_123570

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